There was no taxi in sight, so I set off on foot from Lovosice in the direction of Terezín. As one leaves the town, the appearance of which I can no longer remember, said Austerlitz, a wide panorama opens up to the north : a field, poison-green in colour, in the foreground, behind it a petrochemicals plant half eaten away by rust, with clouds of smoke rising up from its cooling towers and chimneys, as they must have done without cease for many long years. Further away I saw the conical Bohemian mountains surrounding the Bohuševice basin in a semicircle, their highest summits disappearing into the low sky this cold, grey morning. I walked on down the straight road, always looking ahead to see if the silhouette of the fortifications, which could not be more than an hour and a half’s walk away, was in sight yet. The idea I had formed in my mind was of a mighty complex rising high above the level country, but in fact Terezín lies so far down in the damp lowlands around the confluence of the Eger and the Elbe that, as I read later, there is nothing to be seen of the town, even from the hills around Leitmeritz or indeed from its immediate vicinity, except the chimney of the brewery and the church tower. The brick walls built in the eighteenth century to a star-shaped ground plan, undoubtably by serf labour, rise from a broad moat and stand not much higher than the outlying fields. In the course of time, moreover, all kinds of shrubs and bushes have covered the former glacis and the grass-grown ramparts, giving the impression that Terezín is not so much a fortified town as one half hidden and sunk into the marshy ground of the flood plain. At any rate, as I made my way to Terezín that morning along the main road from Lovosice, I did not know until the last minute how close I already was to my journey’s end.




Ein Taxi war nirgends zu sehen, und also machte ich mich zu Fuß auf den Weg aus Lovosice hinaus in Richtung Terezín. Sowie man die Stadt, an deren Anblick ich mich micht mehr erinnern kann, hinter sich läßt, sagte Austerlitz, eröffnet sich nach Norden ein weites Panorama: im Vordergrund ein giftgrünes Feld, dahinter ein vom Rost zur Hälfte schon zerfressenes petrochemisches Kombinat, aus dessen Kühltürmen und Schloten weiße Rauchwolken aufsteigen, wahrscheinlich ohne Unterlaß seit einer langen Reihe von Jahren. Weiter noch in der Ferne sah ich die kegelförmigen böhmischen Berge, die den sogenannten Kessel von Bohušovice in einem Halbrund umgeben und von denen die höchsten Kuppen an diesem kaltgrauen Morgen in dem niedrig herabhängenden Himmel verschwanden. Ich ging am Rand der geraden Straße dahin und spähte immer voraus, ob night die Silhouette der Festung, bis zu der es nicht mehr als eineinhalb Wegstunden sein konnte, sich abzeichnete. Die Vorstellung, die ich im Kopf hatte, war die von einer gewaltigen Anlage, die sich hoch über die gesamte Umgegend erhebt, aber Terezín duckt sich, ganz im Gegenteil, so tief in die feuchten Niederungen am Zusammenfluß der Eger mit der Elbe hinein, daß, wie ich später gelesen habe, weder von den Hügeln um Leitmeritz noch aus unmittelbarer Nähe mehr von der Stadt zu sehen ist als der Brauereischornstein und der Kirchturm. Die im 18. Jahrhundert zweifellos in schwerer Fron über einem sternförmigen Grundriß aufgezogenen Ziegelmauern steigen aus einem breiten Graben auf und ragen kaum über das Niveau des Vorfelds hinaus. Auch sind auf dem ehemaligen Glacis und den grasüberwachsenen Wällen im Laufe der Zeitallerhand Büsche und Stauden aufgeschossen, wodurch der Eindruck entsteht, Terezín sei weniger eine befestigte als eine getarnte, großenteils schon in den sumpfigen Boden des Inundationsgebietes gesunkene Stadt. Jedenfalls ahnte ich, als ich an jenem naßkalten Morgen auf der Hauptstraße von Lovosice her auf Terezín zuhielt, bis zuletzt nicht, wie nahe ich meinem Ziel bereits war.

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